Schmittbüchel

Die Vorgeschichte

Seit 2020 läuft die Entwicklung des Baugebietes „Schmittbüchel“. Das heißt sie läuft nicht, sondern kommt nur stolpernd voran:

  • Der Investor F&S erhielt die Erlaubnis das 15 ha große Gebiet nördlich des Schulzentrums zu entwickeln und zu vermarkten. Einige Grundstückseigentümer waren mit den F&S angebotenen Ankaufspreisen unzufrieden.
  • Der Bürgermeister „vermittelte“ zwischen Investor und Eigentümern bis zur Drohung, dass das Gebiet sonst im Flächennutzungsplan nicht mehr zu Wohnbebauung vorgesehen werden könne. Die Drohung half nicht. Einige Eigentümer schlossen sich zusammen, fanden in UrbanPro einen großzügigeren Investor und schlossen mit ihm Vorverträge.
  • Der Bauausschuss sollte am 23.05.23 das Problem lösen. Auf Vorschlag des Bürgermeisters beschloss er, dass nur F&S das Gebiet entwickeln darf (6 Ja, 3 Nein und 3 Enthaltungen). Auch das überzeugte die Grundstückseigentümer nicht. Sie wollen einen Teil des Gewinnes aus der Baulandentwicklung.
  • Ungefähr in der Mitte des Gebietes liegt ein Grundstück im Eigentum der Stadt. Für alle anderen haben F&S oder UrbanPro Vorkaufsrechte.
  • Im Entwurf des HH-Plans für 2024 war das städtische Grundstück zum Verkauf an F&S vorgesehen. Das F&S-Angebot war aber geringer als das UrbanPro-Angebot. Wir beantragten den höheren Verkaufspreis im Haupt-und Finanzausschuss im Februar 2024. Das wurde einstimmig angenommen. Der Verkauf kam aber nicht zustande.
  • Seitdem gab es noch mehrere Versuche einer Einigung zwischen den beiden Investoren. Vergeblich!

Die aktuelle Entwicklung

F&S hat inzwischen einen den Bürgermeister überzeugenden Plan zur Lösung der Blockade entwickelt. Deshalb erhielt F&S am 27.01.26 eine Privataudienz bei Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden. „Privataudienz“, weil FDP und MFN die gleichzeitige Einladung von UrbanPro gefordert hatten. Der Bürgermeister lehnte das ab.
So konnten die beiden alerten F&S-Geschäftsführer zunächst ungestört ihr Unternehmen darstellen und über die guten Beziehungen in regionalen Rathäuser berichten. Zumindest zu Nideggen ist die Beziehung zum Bürgermeister offensichtlich gut.

F&S erklärte mit UrbanPro könne man nicht zusammenarbeiten. Deshalb der Vorschlag:
Entwicklung der Osthälfte (Vorkaufsrecht bei F&S) des Schmittbüchelgebietes nur durch F&S. Dazu Verkauf des städtischen Grundstücks an F&S.
Das ganze Gebiet gleichzeitig zu entwickeln, erleichtert eine zügige Vermarktung und Bebauung. Für das städtische Grundstück will F&S aber nur 30 € pro qm zahlen, also den gleichen Preis, den sie an andere Grundstückseigentümer zahlen. UrbanPro hatte einen Kaufpreis von 42 € pro qm und von 46 € pro qm bei Zahlung in 4 Raten angeboten. Zum Ausgleich der Differenz schlägt F&S vor nicht 6.782 sondern nur 6.282 qm zu kaufen. Die restlichen 500 qm bleiben in Nideggener Besitz. Auf diesem Teilstück errichtet F&S einen Spielplatz. Außerdem werde das Grundstück ja auf F&S-Kosten erschlossen und könnte ja später zu einem weit höheren Wert verkauft werden.

Eine schon reichlich dumm-dreiste Rechnung!
Natürlich kann die Stadt den Spielplatz nicht mehr verkaufen, wenn sich junge Familien angesiedelt haben.
Wenn alle Grundstücke im F&S-Besitz wären, würde ein Bebauungsplan ohne Spielplatz nicht akzeptiert werden. Das wäre dann ein Teilstück, das F&S nicht gewinnbringend vermarkten kann.
Auch andere Pluspunkte, die F&S bei seiner Vorstellung im Bauausschuss gesammelt hatte, sind jetzt nicht mehr im Gespräch oder sehr relativiert.

Beispiele zu den F&S-Aussagen:

  • zur zentralen Wärmeversorgung möglichst mit Geothermie:
    „Falls sich ein Betreiber findet!“
  • zum geförderten Wohnungsbau:
    „Rechnet sich nicht, da findet sich kein Investor! “
    Natürlich nicht zu den Preisen, zu denen F&S verkaufen will. Es gibt genug Beispiele für geförderten Wohnungsbau im Kreis Düren.

Wie geht es weiter?

Es bleibt abzuwarten,

  • ob sich im Rat am 24.02.26 eine Mehrheit für eine Subvention in Höhe von 1.060.512 € (Differenz zum UrbanPro-Angebot) an F&S findet.
  • ob der Bauausschuss am 17.03.26 einen Bebauungsplanentwurf akzeptiert, in dem wesentliche, erwartete Punkte fehlen.

Erwin Fritsch, 08.02.26